Vor 75 Jahren ging in Deutschland die Demokratie unter.
Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, der Auflösung des Reichstags, der Verhaftung politischer Gegner und der Zerschlagung der Gewerkschaften und anderer freier Vereinigungen hatte sich die Macht der Nationalsozialisten unter den Augen und mit Hilfe der Deutschen bereits im März 1933 etabliert.
Der Reichtagsbrand, die Bücherverbrennungen, die Abschaffung der Bürger- und Menschenrechte und die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Deutschlands und Europas waren der Anfang einer Entwicklung, die mit dem Tod von Millionen Menschen im zweiten Weltkrieg endete.
Heute, 75 Jahre später, marschieren wieder die Anhänger dieser tödlichen Ideologie, drängen in die Parlamente, ergreifen die Worte und die Plätze, und machen kein Geheimnis daraus, dass sie wieder genau so handeln würden wie damals.
Die Abschaffung der Demokratie und die Demontage der Bürger- und Menschenrechte ist ihr erklärtes Ziel.
Das lassen wir uns nicht gefallen, nicht in diesem Jahr und nie wieder.
Deshalb gehen wir Dresdnerinnen und Dresdner auf unsere Straßen, Plätze und Brücken und zeigen, dass eine starke Demokratie der Grundpfeiler unseres Zusammenlebens ist!
Kommen Sie zur Demonstration „Geh Denken
Aus der Geschichte lernen – für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit”
am Samstag, 16. Februar 2008, 14.30 Uhr am Goldenen Reiter
mit Zwischenkundgebungen.
Der Aufruf zum Download (PDF)
Dieser Aufruf wird bisher unterstützt von:
Landeshauptstadt Dresden, Netzwerk Für Demokratie und Courage, Joachim Brockpähler (Ortschaftsrat in Schönfeld-Weißig, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Loschwitz&Hochland), Jusos Dresden, Bürger.Courage e.V., Volkssolidarität Dresden e.V., Staatsschauspiel Dresden, AWO Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Dresden, Kulturbüro Sachsen e.V., VVN-BdA Sachsen, Jüdischer FrauenVerein Dresden e.V., Ökumenisches
Informationszentrum e.V., Hochschule für Musik Carl Maria von Weber
Dresden, Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH),
Linksjugend ['solid] Dresden , Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit e.V., Ausländerrat Dresden e.V., Aktion Zivilcourage
Pirna e.V., Ausländerbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden,
Kommunistische Plattform der Partei DIE LINKE.Dresden, Stadtökumenekreis Dresden,
Bürgerinitiative „Pieschen gegen Rechts“, Brücke/Most-Stiftung, Dresdner
Musikfestspiele, Opferberatung Dresden des RAA Sachsen e.V., SPD-Dresden
und SPD-Fraktion im Stadtrat, DKP Dresden, pax christi Gruppe Dresden,
Marxistisches Forum bei der Partei DIE LINKE, MLPD Kreisverband Dresden,
Lokale Agenda 21 für Dresden e.V., Jugendverein Roter Baum e.V., Stadtjugendring
Dresden e.V., HATiKVA e.V., Revolutionärer Freundschaftsbund e.V. (RFB),
DGB Dresden Oberes Elbtal, DGB Jugend Sachsen, Bündnis 90/Die Grünen
Dresden, DIE LINKE.Dresden, Technische Universität Dresden, Deutsch-Polnische Gesellschaft Sachsen e.V., NaturFreunde Sachsen e.V., verdi Dresden-Oberelbe, DIE LINKE.SDS Hochschulgruppe Dresden, IG 13. Februar Dresden e.V., Oelschläger Immobilien GmbH, Outlaw gGmbH, Heinrich-Schütz Konservatorium, Dr. Marlies Volkmer MdB (SPD), Dr. Cornelia Ernst MdL (DIE LINKE), Ev.-Luth. Stadtjugendpfarramt Dresden, Ev.-Luth. Kirchenbezirke Dresden-Mitte und Dresden-Nord, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Lockwitz, Trägerkreis Ökumenisches Friedensgebet, Jüdische Gemeinde zu Dresden, Katholische Dekanatsjugendseelsorge Dresden, Monika Knoche (MdB, WIR AG), Deutsch-Russisches Kulturinstitut e.V., Stadtrat Jan Kaboth (Bürgerfraktion, BI "Pappritz ist bunt"), Afropa e.V., Dr. Eva-Maria Stange
(Staatsministerin, Sächsisches Staatsaministerium für Wissenschaft und Kunst)
(Stand 12.02.2008)
Mit Entsetzen haben wir gehört, dass am 16. Februar 2008 alte und neue Nazis beabsichtigen, erneut in der Stadt Dresden zu demonstrieren. Die Route wird wieder an unserem Gotteshaus vorbeiführen. Als Mitglieder der Jüdischen Gemeinde empfinden wir eine derartige Demonstration in unmittelbarer Nähe der Neuen Synagoge am Schabbat als bewusste Provokation. Und das 70 Jahre nach der Pogromnacht vom 9./10. November 1938, in der Nazis auch unsere Synagoge zerstörten.
Wir wünschen uns, dass die Neue Synagoge und ihr Umfeld ein Ort lebendiger Begegnung und respektvoller Auseinandersetzung mit Gedächtnis und Gegenwart bleibt.
Gemeinsam mit vielen anderen Dresdnern protestieren wir deshalb gegen Geschichtsverfälschung und die Präsenz der Rechtsextremen.
Aus diesem Grunde lädt die Jüdische Gemeinde alle ihr nahe stehenden Dresdner zum Schabbat-Gottesdienst am 16.02.2008 um 10:00 Uhr in der Neuen Synagoge Dresden und auf dem Innenhof ein.
Der Schabbat als jüdischer Ruhetag verlangt eine friedliche und würdige Atmosphäre. Deshalb bitten wir alle Besucherinnen und Besucher dieses öffentlichen Gottesdienstes, gemeinsam für diese Atmosphäre zu sorgen.
Im Anschluß an den Schabbat-Gottesdienst finden hinter dem Gemeindezentrum am Rathenauplatz Gespräche mit Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde und unserem Rabbiner statt. Infostände und künstlerische Beiträge werden dieses öffentliche Gespräch bereichern.
Dresden, am 11. Februar 2008
Nora Goldenbogen
im Namen der Jüdischen Gemeinde
zu Dresden
Heinz-Joachim Aris
im Namen des Landesverbandes Sachsen
der jüdischen Gemeinden
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Am 22.11.2007 traf sich das Bündnis zu seiner Jahresversammlung. Auf dieses Versammlung wurde u.a. die Geschäftsordnung verändert und ein neuer Sprecherkreis gewählt.
Das Protokoll zum Download (PDF)
DEMOKRATIEMEILE setzt ermutigendes Signal Dresden erinnert sich der Opfer des Krieges und wehrt sich erfolgreich gegen Rechtsextremismus
Das
Bündnis Dresden für Demokratie wertet die am 13. Februar durchgeführte
DEMOKRATIEMEILE als ermutigendes Signal in der Arbeit für Demokratie und
gegen Rechtsextremismus. An vier Orten in der Stadt nahmen gestern mehrere
Tausend Menschen an den Veranstaltungen der Mitglieder des Bündnisses teil.
Damit gelang es, der Trauer um die Opfer des Krieges durch Zerstörung und
Gewalt einen würdigen Rahmen zu geben und gleichzeitig den rechtsextremen
Umtrieben entschieden entgegenzutreten. Das im Dezember vergangenen Jahres
gegründete Bündnis hat damit aus Sicht des Sprecherkreises seine erste
Bewährungsprobe gut bestanden.
Lesen Sie die gesamte Pressemitteilung (PDF)
Am 13. Februar gedenken die Dresdnerinnen und
Dresdner, ihre Gäste und Freunde, Demokratinnen
und Demokraten den Opfern der Bombardierung
Dresdens und der Zerstörung der Stadt. Sie
erinnern an die Ursachen des Krieges, der von
der Gewaltherrschaft der deutschen Nationalsozialisten
ausging und Europa mit Rassismus und
Massenmord, insbesondere an den europäischen
Juden, überzog. Diese Erinnerung gilt es wach
zu halten, um uns immer wieder bewusst zu machen,
wie wichtig und zukunftsweisend Freiheit,
Demokratie, Menschenrechte und das friedliche
Zusammenleben der Völker für uns sind.
Seit mehreren Jahren versuchen Neonazis in
Dresden diesen Gedenktag durch einen so
genannten „Trauermarsch“ mit Geschichtsklitterung
für sich zu vereinnahmen. Das können viele
Demokratinnen und Demokraten nicht hinnehmen
und laden deshalb zur zweiten DEMOKRATIEMEILE
ein.
In den vergangenen Jahren haben viele Initiativen
der Stadt Dresden mit kreativen Aktionen
erfolgreich Gesicht gezeigt gegen Geschichtsrevisionismus
und das Erstarken rechtsextremer
Strukturen in Sachsen. Der aus Kerzen gestellte
Schriftzug „Diese Stadt hat Nazis satt“ ging um
die ganze Welt.
Am 13. Februar dieses Jahres, an dem wieder
Neonazis in Dresden diesen Tag für sich instrumentalisieren
wollen, werden wir von 17.00 Uhr
bis 20.15 Uhr mit einer DEMOKRATIEMEILE,
mit Friedensgebeten, Konzerten, Kundgebungen
und Straßenaktionen die humanistischen und
demokratischen Werte stärken und demonstrieren,
wofür die Mehrheit der Dresdnerinnen und
Dresdner und ihrer Gäste steht.
Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich
am 13. Februar an der DEMOKRATIEMEILE zu
beteiligen, und damit Position zu beziehen gegen
rechtsextremes Gedankengut und sich für ein
Zusammenleben in Frieden und gegenseitiger
Achtung auf Grundlage der unveräußerlichen
Menschenrechte zu engagieren.
Wir werden in diesem Jahr mit stillen Aktionen,
mit Kerzen und Lichtinstallationen der Opfer von
Krieg und Zerstörung gedenken und unserem
Verständnis eines demokratischen Erinnerns
Ausdruck verleihen.
Wenn Sie sich an der DEMOKRATIEMEILE beteiligen
wollen, dann senden Sie uns eine E-Mail an
info@dresden-fuer-demokratie.de
Die DEMOKRATIEMEILE ist eine Veranstaltung
des Bündnisses „Dresden für Demokratie“, zu
dem u. a. die Landeshauptstadt Dresden, Bürgerinnen
und Bürger und viele Organisationen,
Parteien, Kirchen, Sozialpartner und gesellschaftliche
Gruppen gehören. Informationen zum
Bündnis und seinen über 70 Mitgliedern, unter
Ihnen Herr Dr. Vogel, Erster Bürgermeister der
Landeshauptstadt Dresden, finden Sie hier.